Aktionstag gegen Kinderarmut und Ausgrenzung

Besonders in Krisen zeigt sich, wer von der Gesellschaft abgehängt und ausgegrenzt wird: vor allem Kinder, die von Armut betroffen sind, haben durch Corona noch schlechteren Zugang zu Bildung, Schutzräumen und materiellen Ressourcen. Kinder aus prekären Lebensverhältnissen erleben bereits früh enormen Stress. Weit entfernt von einer sorgenfreien Kindheit erhalten die wenigsten von ihnen je die Chance aufzusteigen und somit aus der Armut auszubrechen.

Der Aktionstag vereint Kräfte, um auf die Auswirkungen von Kinderarmut und Ausgrenzung in unserem Land aufmerksam machen. Wir nehmen die Politik in die Pflicht, dringend notwendige Verbesserungen der Lebenssituationen von Armut betroffenen Kindern umzusetzen. Für ein starkes gesellschaftliches Engagement auf breiter Front.

Unsere Forderungen

Dieser Zusammenschluss unterschiedlichster Akteure und Organisationen fordert hiermit politische Verantwortungswahrnehmung ein! Millionen von Kindern leben in Armut und sind von Ausgrenzung betroffen. Die Verschärfung der Situation armer Kinder durch die Corona-Pandemie zeigt, dass Deutschland ein massives Problem hat und akuter Handlungsbedarf besteht! Kinder sind nicht unsere Zukunft sondern unsere Gegenwart! Somit fordern wir von der deutschen Politik mit konkreten Maßnahmen und Gesetzesänderungen zur Bekämpfung von Kinderarmut und Ausgrenzung zu reagieren! Was wir wollen

1. Einführung der Kindergrundsicherung

Wir fordern eine feste Kindergrundsicherung in Höhe von 600 Euro pro Monat. Unbürokratisch und direkt soll die Auszahlung zur Hälfte an die Kindertagesstätten und Schulen zur Potentialförderung und Stärkung der Ausbildung aller Kompetenzbereiche gehen.  Die andere Hälfte fließt an die Familien zur besseren Förderung der Entwicklung der Kinder innerhalb der Familien.

2. Kinderrechte ins Grundgesetz

Der  Staat trägt die Verantwortung für die Förderung, Entwicklung und den Schutz der Kinder. Deshalb setzen wir uns für die Umsetzung der Kinderrechte ein und fordern, die Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen: Kinder müssen sich unabhängig von ihrem sozialen und kulturellen Hintergrund individuell entwickeln können und  Zugang zu früher Bildung und Betreuung haben.

Mit der Verankerung der Kinderrechte ins Grundgesetz stärken wir die Kinder und ihre Familien. Die Rechte können somit eingefordert werden, der Staat muss seine Verantwortung übernehmen. Der Schutz des Kindes hat die höchste Priorität.

3. Umfassender Kinderschutz

Das Kindeswohl muss Vorrang haben. Wir fordern einen umfassenden Kinderschutz, der schnelle und unkomplizierte Wege für Hilfesuchende beinhaltet. Die Akteure im Schutzsystem sollen deshalb besser vernetzt sein, die Erreichbarkeit des Hilfesystems muss transparent sein. Das hilfesuchende Kind braucht vertrauensvolle und bekannte Ansprechpersonen in seinem Umfeld.

4. Chancengleichheit durch Bildung unabhängig vom Einkommen der Eltern

Der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen darf nicht mit ihrer sozioökonomischen Herkunft zusammenhängen. Deshalb fordern wir Chancengleichheit durch Bildung unabhängig vom Einkommen der Eltern. Die Kinder benötigen kostenlosen Zugang zu Nachhilfeunterricht und individueller Förderung. Weiter fordern wir eine bessere digitale Ausstattung der Schulen mit entsprechender Technik. Der Zugang zu eben dieser Technik soll für jedes Kind möglich sein.

5. Schulpolitik an Bedarf anpassen

Wir fordern ein einheitliches, bundesweites und vor allem sensibles Schulsystem, das sich an den Bedürfnissen des Kindes orientiert.  Das föderale Bildungssystem steht der Entwicklung, dass Schule auch Spaß machen soll, im Weg und gehört abgeschafft. Für die ganzheitliche Entwicklung der Schüler:innen bedarf es an zusätzlichen Lehrer:innen, pädagogischen Fachkräften und Vertrauenspersonen.

Videobotschaft von Arche-Gründer Bernd Siggelkow zum „Aktionstag gegen Kinderarmut & Ausgrenzung“

Stimmen der Kinder

Ich wünsche mir...

Unsere Partnerschaften

Zahlreiche Organisationen und Initiativen engagieren sich bereits in Deutschland gegen die Auswirkungen von Kinderarmut und Ausgrenzung. Um diese Kräfte zu bündeln, wird derzeit ein bundesweites Aktionsbündnis ins Leben gerufen, dass sich für die von Armut betroffenen Kindern gezielt stark macht.

An dieser Stelle werden zukünftig die Logos aller Partner:innen zu sehen sein, die am 24.11. mit Aktionen, Projekten, Protesten und Forderungen an die Politik auf die Missstände und Rechte der Kinder aufmerksam machen.
Kontaktieren Sie uns gern, wenn auch Sie Interesse haben, den Aktionstag mitzugestalten! Kontakt

 

Presse

Bildungsministerin setzt Forderung von Arche-Gründer um

Bereits seit Beginn der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Schulschließungen forderte Bernd Siggelkow, Gründer des Kinder- und Jugendwerks Die ARCHE, dass Lehramtsstudierende die Schulen beim Nachholen von verlorenem Lernstoff unterstützen sollten.

Diese Forderung wird nun als erstes von Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin, Bettina Martin (SPD), umgesetzt. Helfen sollen die Studierenden vorrangig beim Distanzunterricht sowie bei gezielten Förderangeboten für einzelne Schülerinnen und Schüler. Der Einsatz an den Schulen erfolgt auf Honorarbasis.

Bernd Siggelkow sieht dies als wichtigen Schritt: „Ich würde es begrüßen, wenn dieses Konzept unverzüglich auch in den restlichen Bundesländern umgesetzt wird. Viele Schülerinnen und Schüler, gerade aus den sogenannten bildungsfernen Schichten, hätten ansonsten keine Chance den verlorenen Lernstoff des vergangenen Jahres aufzuholen.“

 

Kontakt

”Die Arche” Kinderstiftung
Christliches Kinder- und Jugendwerk
Tangermünder Straße 7
12627 Berlin

Bernd Siggelkow
Vorstand

Tel.:        +49 30 – 992 88 88 13
E-Mail:    siggelkow@kinderprojekt-arche.de